Behandlung von Nervenschäden mit Stammzellen aus Körperfett?

Ein Glas in die Hand nehmen oder die Stufen hinaufgehen ist für uns so normal wie der tägliche Sonnenaufgang. Doch es gibt Krankheiten, die dies deutlich erschweren oder sogar unmöglich machen, wie die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Eine an sich seltene Erkrankung, die zur Zeit vor allem deshalb in den Medien ist, weil Prominente sich zugunsten einer ALS-Charity-Initiative mit Eiswasser überschütten lassen.

Auch Verletzungen können dazu führen, dass man seine eigenen Muskeln nicht mehr steuern kann.

Wenn ein Nerv beschädigt wird, gelangt das Signal vom Gehirn nicht mehr zum Muskel und dieser kann, obwohl er gesund ist, seine Aufgabe nicht erfüllen. Im weiteren Verlauf schrumpft der unbenutzte Muskel und die Patienten/innen können den betroffenen Körperteil nicht mehr gezielt bewegen.

In einer Studie wurden an Ratten solche Nervendefekte mittels Stammzellen aus Eigenfett behandelt. Dabei zeigte sich, dass durch die Stammzelltherapie der Nerv schneller heilt, die Muskelfunktionalität wieder steigt und die Entzündung verringert wird. Man stellte sogar fest, dass verabreichte Stammzellen zum geschädigten Nerv wandern, um dort gezielt wirken zu können.

Bedeutet dies, Nervenregeneration ist möglich, man kann Nervendefekte mittels Stammzellen auch beim Menschen heilen? Natürlich ist Zurückhaltung bei Heilversprechen geboten. Zumindest ist ein gewisser Optimismus angebracht. Betroffene wissen, dass selbst ein kleiner Gewinn an Eigenständigkeit, welche mit einer verbesserten Kontrolle über die Muskeln einhergeht, sehr viel zählt. Je früher diese Methode angewendet wird, desto günstiger sind wahrscheinlich die therapeutischen Aussichten.

In unserer Ordination führen wir Therapien mit Stammzellen aus körpereigenem Fett durch. Dabei wird zuerst unter örtlicher Betäubung eine kleine Menge Fett abgesaugt, aus der in einem aufwendigen Laborverfahren die enthaltenen Stammzellen (Stromal Vascular Fraction, SVF) gewonnen werden. Anschließend werden die Stammzellen lokal in die betroffenen Körperstellen injiziert oder – abhängig von der Indikation – dem Körper intravenös zugeführt. Durch ein als „Homing“ bezeichnetes Prinzip wandern die intravenös verabreichten Stammzellen zu den Körperregionen, in denen sie ihre heilende Wirkung entfalten können.

Ihr DDr. Heinrich

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